Dieser Frage, die Gott dem leidgeprüften Hiob aus dem Wettersturm entgegenhält (Hiob 38,18), ist das Motto der diesjährigen „Ökumenischen Zeit der Schöpfung“, die vom 1. September bis zum 4. Oktober geht. Diese „Schöpfungszeit“ geht zurück auf einen Aufruf der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung 2007 in Sibiu/Hermannstadt. Das Motto ruft in Erinnerung, dass die Schöpfung nicht uns Menschen gehört. Vielmehr sind wir Teil dieser Schöpfung und mit allem Leben zutiefst verbunden. Das mahnt zu Demut und Dankbarkeit angesichts der Vielfalt und Schönheit der Erde. Zugleich verweist es auf den Wert der biologischen Vielfalt und auf die erstaunliche Resilienz der Schöpfung.
Im Gottesdienst in St. Thomas am Sonntag, den 13. September, um 10 Uhr zum Schöpfungstag soll es darum gehen, das Staunen neu zu lernen.
Werden wir nicht das, was wir lieben und bestaunen, eher mit Leidenschaft schützen? Wir können einstimmen in das Lob Gottes – eines Gottes, dessen Weisheit unseren Verstand immer noch übersteigt.
Planetare Grenzen
Auf dem endlichen Planeten Erde ist endloses Wachstum nicht möglich. Das Konzept der „Planetaren Grenzen“ versucht, diese Grenzen des Wachstums greifbar zu machen. Die planetaren Grenzen umfassen zum aktuellen Stand neun Bereiche unserer Umwelt, deren langfristige Überschreitung die Stabilität unseres globalen Lebensraums beeinträchtigen wird. Innerhalb messbare Rahmenbedingungen könnte die Menschheit sicher handeln und wirken, ohne das Wohl aller Lebewesen zu gefährden. Wird die Grenze eines Bereichs überschritten, wirkt sich das auch auf alle anderen Bereiche unseres Ökosystems aus. Werden planetare Grenzen langfristig überschritten, riskieren wir die Überlebensfähigkeit der Erde und aller Lebewesen.
Andreas Riekeberg
